Artenvielfalt und Klimaschutz

Wir haben in den letzten Monaten erlebt: Unsere Gesellschaft hat sich verändert, die Vorstellung von Politik, auch die Umgangsformen… Und es gibt heute eine junge Generation mit anderen, neuen Ideen. Ich habe deshalb viele Gelegenheiten genutzt, um das Gespräch mit Schülerinnen und Schülern zu suchen und zuzuhören. Es waren interessante Gespräche, weil viele der jungen Menschen dabei gesagt haben, dass sie sehr gerne und gut in Neusäß leben und dass sie ihre Umwelt hier als nicht bedroht sehen, weil sie das Gefühl haben, Neusäß geht mit seiner Natur, mit seinen Ressourcen verantwortungsbewusst und sorgsam um.

Klar ist aber auch, dass diese jungen Menschen keine lokal verengte Perspektive haben; sie beobachten die Welt, denken global, reisen viel und auch global und sammeln überall Eindrücke. Und da spüren sie: Noch nie haben Menschen innerhalb einer Generation diese Erde so verändert, wie dies heute der Fall ist.

„Die Zeit ist also schon reif zum Handeln“ ist ein weit verbreitetes Gefühl. Und auch wir alle wollen doch unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt erhalten, in der sie gut leben können!

Was heißt das konkret? Und wie reagieren wir auf diese Herausforderung?

Ich bin überzeugt: Klimaschutz, eine so tiefgreifende Veränderung, lässt sich in einer Demokratie nicht von oben herab diktieren. „Von oben herab“ – das ist das eine Modell: Strafsteuern, Abgaben, gesperrte Fahrzonen, Gebote, Verordnungen, Verbote usw. – oder gar, wie von einer Partei bei uns im Stadtrat gefordert, indem man für Autos in einem Bebauungsplan weniger Stellplätze fordert – und glaubt, dass dadurch die Menschen kein Auto mehr wollen und die Fahrzeuge von selbst verschwinden werden.

Ich meine: In einer Demokratie kann sich die Politik nur in dem Rahmen bewegen, den ihr die Menschen geben. Umwelt- und Klimaschutz wird daher dauerhaft und nachhaltig nur besser werden (und das ist das zweite, unser Modell), wenn ökologische Maßnahmen zu konkreten Ergebnisverbesserungen führen bzw. möglichst viele Menschen dazu motiviert werden können, über ihr Verhalten und ihre Konsumbefriedigung nachzudenken…

Deshalb setzen wir hier an:

Wir haben unser ambitioniertes „Gebäudesanierungsprogramm“ für unsere städtischen Objekte aufgelegt, mit dem wir messbar sehr konkrete, beachtliche Einsparungen an Energie und CO² erreichen. Und: Wir können in diesem Bereich deshalb investieren, weil wir für solche sinnvollen und vernünftigen Maßnahmen auch gespart haben, dieses Geld jetzt gezielt nachhaltig einsetzen und damit zwei Ziele kombinieren können: Neu renovierte Gebäude und Umweltschutz.

Der Grund, warum so viele Gebäude in Deutschland nicht saniert werden, obwohl es für den Erhalt der Gebäudesubstanz dringend nötig und für den Klimaschutz enorm hilfreich wäre, ist übrigens genau dieser: Um die Klimaziele zu erreichen, wäre es notwendig, pro Jahr 3 bis 4%  der Gebäude in Deutschland zu sanieren – tatsächlich werden jährlich aber nur 1 bis 2% saniert. Das hängt damit zusammen, dass manche Eigentümer, vor allem aber viele Kommunen NICHT gespart und Rücklagen gebildet haben – sie haben ihr Geld für kurzfristige Bedürfnisbefriedigung ausgegeben und heute fehlen eben diese Mittel, um das wirklich Notwendige zu tun. Unsere jahrelange Politik des Sparens für große Ziele hat daher wirklich mit Nachhaltigkeit und Ressourcenbewusstsein zu tun…

Unser Ansatz als CSU ist konkret, er setzt auf Vernunft, Ausgewogenheit, das „richtige Maß“. Dazu ist es wichtig, dass wir ehrlich mit uns selbst sind: Umweltschutz will jeder; nicht mehr ganz so sehr will das jeder, wenn er dafür stärker zur Kasse gebeten wird oder sich spürbar einschränken muss. Warum also nicht Beides erreichen – Umweltschutz und Vorteile für die Bürger kombinieren?

Deshalb haben wir die s. g. „Energiekarawane“ angeboten, sind im Beethovenviertel mit Fachleuten durch die Straßen gezogen und haben den Besitzern von älteren Häusern einen Informationsservice angeboten, einen Energie-Check für ihr Haus durchgeführt und über Fördermöglichkeiten informiert, wie sie ihr Gebäude energetisch optimieren, Energiekosten sparen und dafür sogar noch eine staatliche Förderung bekommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Beachtlich viele Bürger haben die Beratung angefragt, Empfehlungen erhalten und etliche ihr Gebäude dann tatsächlich modernisiert.

Letztes Jahr beherrschte das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ die politische Diskussion. Mit unserem „Biodiversitätsprojekt“ zum Schutz der Artenvielfalt im Schmuttertal setzen wir hier schon seit etwa 10 Jahren Maßstäbe: Die Stadt Neusäß hat es als erste Kommune geschafft, an der Schmutter alle Ankaufflächen aus dem Förderprojekt zu erwerben, darüber hinaus zusätzliche Schmutterwiesen anzukaufen und alle diese Flächen ökologisch vorbildlich bewirtschaften zu lassen. Im nächsten Schritt haben wir uns der öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet angenommen, um sie schöner zu gestalten: Straßenbegleitgrün, die Inseln vor den Ampeln, die Gestaltung von  Blumenbeeten und die Pflanzung von Blühstreifen verschönern spürbar das städtische Erscheinungsbild und bieten Insekten eine zusätzliche Nahrungsgrundlage.

Jetzt gehen wir den nächsten Schritt: Wir meinen, dass Umweltschutz nicht „befohlen“ werden kann. Vielmehr muss man die Menschen sensibilisieren und ein Bewusstsein für die Richtigkeit vernünftigen umweltschonenden Verhaltens unterstützen. Wir wollen den Schutz unserer Natur zum Gegenstand von Bildung und Schule machen, Müllvermeidung unterstützen und Kindern, Familien und Gartenbesitzern hilfreiche Informationsangebote machen. Auch dafür errichten wir unseren „Bienenpark“ am Weldenbahnradweg mit dem „Umweltklassenzimmer“, Bienenstöcken unserer Hobbyimker und Musterpflanzbeeten, an denen Bürger Anregungen für die Bepflanzung ihrer Gärten oder Balkone erhalten.


Hier erhalten Sie Informationen zum Biodiversitätsprojekt Schmuttertal

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