„Seit 100 Tagen im Amt“, unter dieses Motto haben Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz und amtierender Bürgermeister Richard Greiner ihr gemeinsames Podiumsgespräch gestellt. Die Antworten auf vielerlei Fragen ließen einen Blick hinter die Kulissen zu für die zahlreichen Besucher im Foyer der Stadthalle Neusäß. Für beide ein neuer Start und die ersten hundert Tage Erfahrungen mit neuen beruflichen Herausforderungen, vielen Veränderungen im Alltag und auch weniger Zeit für das Familienleben. Ein Gespräch über die Vielfalt an Eindrücken, sowie interessanten Begegnungen mit Menschen, der Wichtigkeit von guten und zuverlässigen Arbeitskollegen, Doppelbelastungen, und häufige Ortswechsel. Die A-capella-Gruppe „VoiceNet“ sorgte in den Gesprächspausen für eine abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung.

 

Gleichzeitig zwei Berufe muss derzeit der amtierende Neusässer Bürgermeister Richard Greiner unter einen Hut bringen. Seinen Verpflichtungen als Lehrer und gleichzeitig die Amtsgeschäfte als Bürgermeister fordern ihn. Auf das gute Team in der Stadtverwaltung sei Verlass, lobt Richard Greiner. Die derzeitige Doppelbelastung sei daher zu meistern. „Die Unterstützung durch meine Familie ist großartig“, sagt Greiner. Dies sei besonders wichtig, denn als Bürgermeister seien ja schließlich auch die Wochenenden und Abende mit zahlreichen Terminen bestückt und dazu sei eine enge Abstimmung und ein gutes Zeitmanagement erforderlich. Ein großes Glück sei auch, dass er bereits als zweiter Bürgermeister die letzten Jahre in die anstehenden Aufgabenbereiche hineinwachsen konnte. Trotzdem aber sei es eine neue und besondere Herausforderung beispielsweise die Neujahrsrede vor 800 Bürgerinnen und Bürgern in der Stadthalle zu halten.

Zum Alltag von Hansjörg Durz gehört es heute zwischen zwei Städten zu pendeln. Für die Strecke nach Berlin bevorzugt der Bundestagsabgeordnete die Fahrt mit der Bahn. „Im Zug kann ich lesen und mich auf die anstehenden Termine vorbereiten“, erklärt Durz. Alle zwei Wochen pendelt er die Strecke nach Berlin. Zwischenzeitlich konnte er sein Büro in der Nähe des Plenarsaals beziehen und die Arbeit vor Ort aufnehmen. Dann geht es wieder zurück nach Täfertingen um die Termine im Landkreis Augsburg und Aichach/Friedberg zu bewältigen. „Zuhause versuche ich mir Zeit für meine Kinder zu nehmen“, so Durz. Die Familie darf nicht zu kurz kommen bei diesem Pensum, das sei sehr wichtig für ihn. Bereichernd seien die viele Begegnungen mit Menschen. Auch über ein unverhofftes Zusammentreffen mit einem Hammeler Bürger mitten in Berlin berichtet Hansjörg Durz. Als er zu Fuß in Richtung Reichstag unterwegs war hätte plötzlich ein Radfahrer neben ihm gebremst und ihn begrüßt. Ein Neusässer, der momentan seine Ausbildung in einem Berliner Hotel absolviert, erkannte ihn und freute sich über diese spontane Begegnung. Ein herzliches „Grüß Gott“ würde in Berlin auch sofort seine bayerische Herkunft verraten, doch das pflege Durz bewusst. Die neuen Aufgaben jedoch seien eine Herausforderung. Etwas abstrakter als früher, und gemeint war damit, dass er sich heute Gedanken zum Beispiel zu Krisengebieten auf der Welt machen müsse. Als Neusässer Bürgermeister seien die Aufgaben stadtbezogen und bürgernah gewesen. Als Bundestagsabgeordneter müsse er die komplexen weltweiten Verflechtungen in die Entscheidungen mit einbeziehen.